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DAVletztes Licht nach Gipfel ART
DAVklettern ART
DAV (4)

Die vier Expeditionsteilnehmerinnen in ihrem ABC im indischen Himachal Pradesh.
Fotos: DAV/Expedkader

DAV-Expeditionskader Frauen in Indien erfolgreich
Unerwartete
Schwierigkeiten erfordern Spontaneität

Die Abschlussexpedition des DAV-Expeditionskader Frauen startete turbulent. Trotzdem, und trotz weiterer Schwierigkeiten gelangen dem Team im indischen Himachal Pradesh drei Erstbegehungen, darunter eine Erstbesteigung.

Nur wenige Tage vor dem geplanten Aufbruch in die indische Zanskar-Region kam die dämpfende Nachricht, dass die Gegend wegen eines erneut aufgeflammten Grenzkonfliktes mit Pakistan gesperrt wurde. Es fehlten dementsprechend die nötigen Permits. „Und außerdem helfen Kletterhelme auch nicht gegen Granaten“, lautete das frustrierte Statement der Kaderathletinnen, während sie in kürzester Zeit ein Alternativziel suchten.

Gefunden haben sie ihr Ausweichziel schließlich in der indischen Region Himachal Pradesh. Rund um den in der Gegend prominentesten Berg Ali Ratni Tibba (5490m) warteten mehrere noch unbestiegene Gipfel und Felswände. In wenigen Tagen organisierten die Nachwuchsalpinistinnen ihre Expedition um und flogen nach Indien.

Endlich in den Bergen
Von der Ortschaft Naggar nahe der Stadt Manali lief der Expedkader zunächst über einen Pass und dann das Manala-Tal in vier Tagesmärschen hinauf. Einen fünften Tag benötigten sie für die Überquerung eines reißenden Gletscherbachs. „Wir mussten extra eine Seilbahn aufbauen, das hat alles gedauert“, berichtet Jana. Auf circa 3400 Meter Höhe richteten sie das Basislager ein und gleich machten sich alle daran die Umgebung auszukundschaften sowie nach möglichen Routen abzusuchen. Außerdem wurde auf der Südwestseite des Ali Ratni Tibba auch gleich ein vorgeschobenes Basislager (ABC) auf circa 4600 Meter Höhe eingerichtet. Praktischer Nebeneffekt der Kundschafterei und Arbeit: Alle waren schon schnell akklimatisiert und bereit zum Klettern.

Schnelle Gipfelerfolge
Schließlich standen die Ziele für das Schönwetterfenster fest: Vroni und Kadertrainerin Dörte wollten einen bisher unbenannten Berg angehen, während Jana, Raphaela und Laura den Südwestpfeiler des Ali Ratni Tibba im Auge hatten.

Es sollte ein langer Tag werden. Die Dreierseilschaft kletterte über den Granitpfeiler und meisterte dabei Schwierigkeiten bis 6a, bevor sie über das kombinierte Gelände den Gipfel auf 5490 Meter Höhe erreichten. Selber überrascht über das schnelle Tempo machten sie sich an den Abstieg über die Aufstiegsroute. „Alles lief rund, pünktlich zu Sonnenuntergang waren wir mit dem Abseilen fertig und mussten nur noch eine halbe Stunde ins ABC laufen, wo wir mit Einbruch der Dunkelheit ankamen. Ein perfekter Tag!“

Vroni und Dörte änderten ihr Ziel kurzfristig und stiegen über eine Gletscherroute auf einen bisher unbestiegenen Gipfel.

Kaum unten, schon geht’s wieder rauf
Am nächsten Morgen im Basislager wurde Dörte krank, das Wetter war jedoch immer noch stabil. Also zogen die Kaderathletinnen ohne Dörte los und stiegen wieder ins ABC auf. Alle vier konnten daraufhin in zwei Zweierseilschaften die ursprünglich von Vroni und Dörte geplante Pfeilertour auf einen ebenfalls unbenannten Gipfel erstbegehen. Auch hier erwartete sie Traumfels, perfekte Granitrisse und Schwierigkeiten bis 6b+.

Am Ende kam dann doch das schlechte Wetter
Eigentlich hatte das Team jetzt noch die Nordwestwand und -kante des Ali Ratni Tibba im Visier. Allerdings war vorher ein Ruhetag im Basislager dringend nötig und der Wetterbericht schlecht. In Sorge, dass der ohnehin kritische Gletscher auf dem Weg zum ABC unpassierbar werden könnte verlegten die Nachwuchsalpinistinnen vorsorglich das ABC soweit nach unten in die Nähe der Nordkante, dass der gefährliche Abschnitt nicht mehr begangen werden musste. Eine gute Entscheidung, denn kurz darauf verschlechterte Regen die Verhältnisse auf dem Gletscher stark, außerdem schneite es in die geplante Route.

So blieb nichts außer Bouldern, Wandern und am Griffbrett hängen, bevor die Gruppe in die Zivilisation zurückkehrte. Zum Abschluss verbrachten sie noch jeweils zwei Tage in Manali und in Dehli, anschließend flogen sie wohlbehalten nach Deutschland zurück.

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